Ein weites leeres Feld liegt vor uns. Schneebedeckt.
Zögernd stehen wir am Rand. Im Rücken die Wärme, das Licht und die Stimmen der zurückliegenden Feste. Die unvermittelt eingetretene Leere läßt und frösteln. Müdigkeit und Erwartung.
Alles ist neu. Das Gefühl unendlicher Möglichkeiten.
Zögern, wohin die Schritte zu lenken sind.
Spuren scheinen etwas Endgültiges zu haben.
In einigen Tagen wird das Feld mit Fußabdrücken überzogen sein: von uns und jenen, die uns nahe kamen, uns berührten.
Wir senden Wünsche in den Raum. Leise, im Innern. Jedoch mit Nachdruck. Es ist die Zeit, wo Wünsche viel Kraft besitzen.
Wir schicken sie auf ihre Bahn. Aus manchen werden lange gerichtete Furchen, die das übermäßige Weiß strukturieren. Andere verlieren sich in einer Schneewehe, noch weit vor dem Horizont.
Zuweilen ist der Wind scharf und eisig. So können wir nicht verweilen. Bewegung. Wir durcheilen die Strecke zu unserem Haus. Dort erwartet und Wärme. Der Geschmack heißen Tees.
Ein Lächeln. Die Zeit bis zum Frühjahr ist noch lang.

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Der Himmel ist klar und weit.
Ein Tag währt eine Ewigkeit.
Nur wenige Stunden
versinkt die Welt in Dunkelheit.
Noch schlafend, durchzieht unseren Geist
das frühe Singen der Vögel,
die mit der Sonne erwachen.
Die Schwalben tanzen durch die Luft
und feiern den Sommer.
Wie Pfeile schiessen sie über den Himmel.
Gerade. Klar.
Stürzen urplötzlich hinab,
um ebenso schnell wieder aufzusteigen.
Dabei bejubeln sie Freiheit, Weite und Leben.
Glück der Bewegung.
Der Kondensstreifen eines Flugzeugs
zeichnet den Himmel.
Unsere Gedanken wandern in die Ferne.
Dorthin, wo wir gern wären.
Oder bald sein werden.
Am Abendhimmel wachsen Wolkenlandschaften.
Davor soviel Grün.
Alle scheinen draußen zu sein.
Stimmen vor den überfüllten Cafés.
Musik tönt aus offenen Fenstern.
Der Sommer hat gerade erst begonnen.

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Langsam gehen die Teelichte aus, die wir in der beginnenden Dämmerung in den Sand gesteckt haben. Die Freunde gähnen.
Das Meer ist nicht mehr zu sehen, nur sein Gesang
durchbricht die Dunkelheit.
Ich breite die Luftmatratze aus, lege den Schlafsack darüber.
Die Thermoskanne ist mit Tee gefüllt. Die Freunde verabschieden sich. Nun ist es ganz still.

Ich atme ein und aus, lege mich auf die Matratze und überlasse mich der Weite des Himmels. Ein Glücksgefühl breitet sich in mir aus. Eine Nacht am Meer. Manchmal sind Wünsche sehr leicht zu erfüllen.
Die Geräusche von der Strandpromenade verstummen allmählich. Ich weiß nicht, wie spät es ist, als meine Augen zufallen, übervoll mit dem sanften Licht unzähliger Sterne. Sternschnuppen-Wünsche nehme ich mit in den Schlaf.

Das Licht ist da, lange bevor die Sonne aufgeht. Klar und still legt es sich über das Wasser und den Strand. Die Möwen erwachen, probieren einen Flug, einzelne Rufe. Die Silhouette des Strandwächters wird sichtbar; mit ruhigem Schritt kommt er näher, den Sand säubernd.
Der Schlafsack ist naß vom Tau. Ich erhebe mich mit dem ersten Sonnenlicht.

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Abend für Abend versammeln sich
die unsichtbaren Begleiter
der Menschen
an den Stränden der Welt.
Es ist die wundersame Stunde des Tages,
in der sie beginnen,
die Schätze, welche sie
tagsüber zusammentrugen,
an den Himmel zu malen.
Gebilde entstehen da, gewoben
aus den schönsten Gedanken,
Gefühlen, Sehnsüchten
der Menschen.
Licht durchscheint sie, und die Farben
nehmen den Schauenden den Atem.
Kaum jemanden gibt es,
der nicht berührt würde
von jener nicht mehr irdischen Vollkommenheit.
Alles ist darin zu finden,
was aussprechbar ist und klar
– und alles, was jenseits von Worten in uns existiert.
Darunter bewegt sich das Wasser.
Es spiegelt die Farben – auch in uns.
Sehnsucht nach diesen Farbsinfonien
versammelt Abend für Abend
Menschen an den magischen Orten
am Rand der Meere und des Himmels.
Viele gehen dorthin, um berührt zu werden:
von der eigenen Schönheit,
die sich in den Wolken spiegelt.
Und niemand geht danach unbeschenkt
in die Nacht.

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Im Wald am Steilufer
waltet der Herbst.
Blätterteppich.
Die Bäume
bereiten sich
zum Abschiedsball.

Den letzten Tanz
des Jahres
werden sie
im Festkleid tun:
rot und gelb
von Sonne durchwirkt.

Dem Wind,
der vom Meer kommt,
halten sie
ihre Schönheit entgegen.

bald
wird ihr Laub
den Boden bedecken.

Jetzt scheinen sie.

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Am späten Nachmittag schon senkt sich Nebel auf die Wiese.
Und morgens kann es vorkommen, daß sie reifbedeckt ist.

Das Sonnenlicht verliert an Gelb, ist kaum noch durchdringend. Abschiede. Jedes Blatt, das sich am Baum vor dem Fenster noch findet, ist eine Kostbarkeit.
Seine Schönheit lebt von den Linien der Äste.
Der Himmel scheint hindurch.

Frühe Dunkelheit treibt uns hinein. Wir brühen Tee, zünden Kerzen an. Der Wintermantel muß nun endgültig herausgeholt werden.
Musik Bilder Geschichten haben alle Gefühle und Farben des Jahres bewahrt und bringen sie uns erneut. So werden wir nicht frieren.

Eine lange Zeit der Kälte liegt vor uns. Die Wärme des Sommers ist in uns geblieben. Sie wird bis zum Frühling aufgebraucht sein. Dann zieht uns die Sehnsucht nach Licht in den nächsten Kreislauf.